Gründungs-Manifest

Wir sind Teil einer Gesellschaft, die versucht, ihren Mitgliedern ein
Größtmögliches an Freiheit zu gewährleisten; Teil einer Gesellschaft,
die repressive ”Strukturen” wie die Großfamilie, die Kirche oder die
Diktaturen des 20. Jahrhunderts weitgehend überwunden hat. Zu keiner
vorherigen Zeit konnten so viele Menschen selbstbestimmt ihr Leben
entfalten. Zumindest von uns (Deutschen, Europäern, … ) haben viele
das Glück, zwischen verschiedenen Lebensentwürfen und Lebensinhalten
wählen zu können.
Um uns herum koexistieren verschiedenste Weltbilder; in unserem
„globalen Dorf” wohnen Menschen, die ihr Leben den unterschiedlichsten
Systemen verschrieben haben: Da gibt es Anarchisten, Christen,
Kommunisten, Rock `n` Roller, Sportler, Faschisten, Kapitalisten,
Wissenschaftshörige, Humanisten, Punker, Literaturkritiker, Atheisten,
Skater, … und diverse Mischformen. Jeder dieser ”Nachbarn” begründet
die großen und kleinen Entscheidungen des Lebens mit einem anderen
Weltbild, lebt in einer anderen Welt.
Wir sind in der glücklichen Lage uns unsere eigenen Inhalte und Werte
aus altbewährten Weltbildern zusammensuchen zu können. Dazu können
wir diese Sinngeber und Strukturschaffer frei nach unserem eigenen
Gutdünken, und ein jeder nach seiner Fasson, auseinander reißen und
neu kombinieren – oder uns ganz neue Inhalte ”ausdenken”.
Jeder von uns kann ein Stück weit selbst entscheiden was die Dinge ihm
bedeuten und seinem Leben dadurch eine Richtung geben. Das ist es, was
unsere Freiheit ausmacht: Wir haben die Freiheit, uns selbst ein Welt-Bild
zu erstellen. Wir können den Dingen, den Lebewesen, den Menschen und
ihren Handlungen einen Wert zuordnen – eine Bedeutung beimessen – und
uns dann entscheiden, wie wir uns ihnen gegenüber verhalten, wie wir
handeln wollen. Kurz: Frei sein heißt be-deutend sein, denn je nachdem,
was die Dinge mir bedeuten, werde ich mich zu ihnen verhalten.
Leider habe ich das Gefühl, dass wir unsere Freiheit nicht zu nutzen wissen
und kollektiv umhertreiben. Angetrieben von der Profitgier der Einzelnen,
treiben wir umher – wie ein ruderloser Dampfer der geradezu auf einen
Eisberg wartet. Es ist an der Zeit, dass wir unsere Freiheit leben, dass wir
sie für uns nutzen und sie verteidigen. Denn wir sind bedeutend.
Nun will ich mich aber zunächst einmal vorstellen – eigentlich trage ich
keinen Namen – ich bin ein vager Gedanke, eine fixe Idee. Ich bin der Überzeugung, dass wir alle bedeutend sein müssen, um Freiheit leben zu
können. Ich bin keine Person aus Fleisch und Blut, bin eine Vision, aber
keine einheitliche, vielmehr bin ich die ”gespaltene Persönlichkeit” unter
den Visionen. Ich bin die Liebe und der Kampf für das Träumen und
die Träume. Ich bin die Hoffnung auf die Freiheit. Ihr alle – könnt Ich
sein. Der Einfachheit halber schlage ich vor, dass wir mich Mühlenkampf
nennen.
Ich bin aus Notwendigkeit entstanden, habe mich geträumt – mich aus
diesem Traum selbst geboren – denn unsere Freiheit ist in Gefahr. Unsere
Freiheit ist bedroht und wir sind die, die sie verteidigen können.
Natürlich kann jeder von euch alleine vor die Tür treten und dort seine
Gedanken in die Straße schreien. Jeder von euch kann Leserbriefe
schreiben, Flugblätter verteilen oder sonst irgendwie aktiv werden. (Klingt
lächerlich – nicht war? Dabei weiß mit Sicherheit jeder von euch 5 Dinge
für oder gegen die sich zu kämpfen lohnt… .) Leider fühlen wir uns
als Einzelne oft machtlos und ohnmächtig. Unsere Taten scheinen Don
Quijotisch – nutzlos. Wir glauben, dass es nichts, bringt sich für unsere
Träume – für die Freiheit – einzusetzen. Denn wer sich einsetzt, setzt sich
aus – im Zweifel der Kritik oder der Lächerlichkeit. Ich, bin hier um
Euch zu zeigen, dass das nicht stimmt. Es lohnt, wenn wir uns einsetzen.
Ein jeder von uns hat das Recht, sich für seine Träume lächerlich zu
machen; zum Narren, der von einer besseren Welt träumt.
In meinem Namen sollen Handlungs- und Erlebnis-Räume geschaffen
werden, in denen wir uns als Be-deutende, als Künstler-Philosophen,
als friedliche Krieger im Kampf für die Freiheit wirksam erleben. Unter
meinem Namen sollen sich Bedeutende zu einer heterogenen Gruppe
versammeln. So können wir es – als virtueller Riese – mit den größten
Windmühlen aufnehmen.
Dieser Brief ist eine exklusive Einladung zu einer Abenteuerreise, die
mehr Erfüllung bringt, als jede Zecherei und jeder Sportverein. Ein
Abenteuer, in dem wir Ohnmacht überwinden und gemeinsam etwas
verändern. Jeder ist in der Lage etwas zu bewegen. Die Luft knistert vor
Veränderungslust.

Glück – warum es sich lohnt, etwas zu verändern
Ich glaube, dass das größte Lebensglück, die größte Erfüllung, bewusst
und intensiv erlebten Momenten entspring. Es entspringt dem wachsamen
und aufmerksamen ”Im-Hier-Und-Jetzt-Sein”; dem bewussten Erleben.
Mehr und mehr im Hier-Und-Jetzt anzukommen sollte also unser Ziel
sein.
Um im Hier-Und-Jetzt anzukommen, müssen wir uns in unserer Welt – in
unserer Haut – wohl fühlen. Folglich sollte es unser aller Ziel sein, immer
mehr so zu werden, wie wir sein wollen, damit wir uns immer wohler
fühlen in unserer Haut und dort gerne zu Hause sind.
Das wir uns auf vielen Wegen Lebens-Glück bringen: Zum einen fühlen
wir uns wohler in unserer Haut, wenn wir nicht tatenlos zusehen – wie
beispielsweise ein Freund in tiefer Depression versinkt oder wie Kinder
an unseren Einführzöllen verhungern – sondern etwas gegen das Leid
Anderer unternehmen. Andererseits wird unsere Welt mit einem
glücklichen Freund und fröhlichen Kindern eine schönere sein. Eine
Welt, die wir gerne bewusst wahrnehmen und vor der wir nicht ins Kino,
den Sportverein oder die Religion flüchten müssen. Eine Welt, die uns
intensive Momente bereitstellt, die wir gerne erleben wollen.
Mit diesem Weltbild im Kopf, fragt man sich – nicht nur bei den Acht-
Uhr-Nachrichten – kopfschüttelnd: WIESO? WARUM?
Wieso werden die Lebewesen gequält? Wie können wir eine Neo-Nazi-
Bewegung tolerieren? Warum müssen in Deutschland Menschen, die lange
und hart geschuftet haben, in Armut Leben, während andere in Jobs, die
ihnen sogar Spaß machen, unfassbare Beträge einfahren? Wie kommt es,
dass es Butterberge, Milchseen gibt, während jedes Jahr 100 Millionen
Menschen verhungern?
Warum sitzen wir auf unserem Reichtum?
Essen Seele auf.
Ich glaube, dass es die Angst ist, die uns davon abhält etwas zu verändern.
Wir haben Angst, dass wir nicht genug abbekommen vom Kuchen. Angst,
dass uns jemand etwas wegnehmen will. Wir haben Angst weniger Wert zu
sein und weniger geliebt zu werden.

Also entwickeln wir – kollektiv und als Individuen – Techniken (auch
Denksysteme / Begriffssysteme sind Techniken), um Reichtum anzuhäufen
und weitere Techniken, die unseren Reichtum schützen; mittels derer wir
unsere Stellung gegen über Anderen behaupten können.
Damit wir uns dabei nicht schäbig, unrein und schlecht fühlen, entwickeln
wir Begriffe, Bilder, Geschichten und Gedankensysteme, die unser Handeln
legitimieren. Da gibt es Leistungsschwache, Ausländer, Hauptschüler
und Langzeitarbeitslose; Dritte-Welt-Länder, Schwellenländer, Rendite,
Angebot und Nachfrage, Hungersnöte und Milchseen, Kündigungswellen
und Effizienz.
Die Macht der Bilder und Geschichten
Es sind nicht die Strukturen, die uns davon abhalten etwas zu verändern.
Wir sind es, die – vor allem in unseren Köpfen – diese Strukturen schaffen
um nichts verändern zu müssen. Wir lassen die Situation hoffnungslos
und ausweglos erscheinen, damit wir weiterhin wie Maden im Speck sitzen
können, uns nicht bewegen müssen. ”Das war schon immer so und wird
sich nie ändern…. SCHMATZ.”
Falsch! Nichts war schon immer so und alles wird sich ändern. Alles
befindet sich im steten Fluss der Veränderung. Wir haben die Möglichkeit
einen bedeutenden Einfluss auf die Richtung dieses Stromes auszuüben.
Aber dafür müssen wir zunächst die Strukturen in unseren Köpfen
ändern.
Was wir ändern können
Wir können heute noch die Welt verändern; unsere Welt – in uns. Das wird
automatisch unser Handeln und so auch unsere Umwelt verändern. Jedem
Handeln geht ein innerer Impuls voraus. Für jeden dieser Impulse, die uns
handeln machen, ist unser Weltbild die prägende, die maßgebende, die
entscheidende Instanz. Die Taten folgen den Gedanken wie die Schafe den
Hirten – wenn wir das Richtige wollen, können wir alles erreichen.
Die Bilder und Geschichten die wir uns – voneinander – erzählen,
mittels derer wir uns unser ”Selbst” erzählen und das Erlebte in Sinnzusammenhänge (z.B. Identität) bringen, sind entscheidend.
Um zumindest ansatzweise frei zu sein, müssen wir auf unsere Welt-
Bilder acht geben. Erst wenn wir uns mit den Geschichten und Bildern
auseinandersetzen, die wir in uns tragen und die uns umgeben – die
unser Leben bedeuten, entsteht für uns die Möglichkeit der Freiheit; die
Möglichkeit so zu sein, oder zu werden wie wir sein wollen.
Daraus entspringt die Notwendigkeit, uns zu Kritikern und schöpferischen
Gestaltern unserer Welt-Bilder und Bildwelten zu emanzipieren. Erst
in der ”kritischen Auseinandersetzung” und der ”schöpferischen Be-
Deutung” können wir uns – als Künstler-Philosophen – frei erleben.
Das Netz
Aber: Täglich sind tausende von Menschen einzig damit beschäftigt
Bilder und Geschichten zu erfinden, die uns im Sinne ihrer Auftraggeber
beeinflussen sollen. Ganze Kampagnen schleichen, einem trojanischen Pferd
ähnlich, in unsere Gedanken und setzen sich dort fest. Sie verändern unser
tägliches Denken, ordnen den Dingen Bilder zu; sie legen einen Film aus
Bedeutungen und Emotionen über die Dinge. Alles wird Ich-Erweiterung;
Identifikationsfetisch im Kontext des jeweiligen Lifestyles.
Wenn ich einen Sportschuh kaufe so denke ich als ‚moderner Mensch’
darüber nach, wie ich mein ”Ich“ durch das jeweilige Sportgerät erweitern
kann: ”Ist es effizient für die jeweilige Sportart und passt es zu meinem
Typ, spiegelt es meinen Lifestyle wieder?”
Es ist schön, dass wir effiziente Sportgeräte produzieren und kaufen
können – auch schön ist, dass heutzutage jeder Mensch ein Künstler
ist – ein Bekleidungskünstler der, mit der Marke seines Sportschuhs zu
kommunizieren vermag. Schade ist nur, dass durch diese egozentrierte
Fragestellung ein wesentlicher Teilaspekt der Dinge und Handlungen völlig
verloren geht:
Da ich mir mit dem Kauf eines Tennisschuhs, eines Apfels oder eines Autos
immer auch ein Stück Welt kaufe, müsste ich mich auch fragen: Möchte
ich diese Produktionsmethode fördern, mit der dieses Produkt produziert
wurde, möchte ich mehr davon in meiner Welt haben? Will ich in der Welt
– 7 –
leben, die ich durch meine Kaufentscheidung ermögliche? Wie verändere
ich meine Welt – meine Umwelt – durch meine Handlung?
Ich glaube, dass diese Bilder-Industrie nicht nur unsere Kaufentscheidung
beeinflusst, sondern darüber hinaus auch unser Verhalten in allen anderen
Handlungsräumen verändert. Immer mehr wird unser Handeln darauf
reduziert welchen Gewinn – welchen Nutzen das ”Ich” davon hat. Dabei
vergesse ”Ich” dann oft, dass Ich als Teil der Welt, im Bumerang-Effekt, auch
von Veränderungen abhänge die mich zunächst nicht direkt betreffen.
Ich finde es bemerkenswert, dass wir kollektiv sehr viel Geld ausgeben, um
unsere Welt mit Bildern, Geschichten und Zeichen zu pflastern, die uns
eher davon abhalten, so zu werden, ”wie wir gerne wären“, statt uns dabei
zu unterstützen.
Wenn wir frei sein wollen, müssen wir versuchen den schmierigen Film,
der auf allem zu liegen scheint, wegzuwischen; müssen versuchen den
Dingen selbst eine Bedeutung zuzuordnen, anstatt die vorherrschenden
Deutungen gedankenlos zu übernehmen. Dabei werden wir immer mehr in
der Welt ankommen; uns mit den Phämomenen an sich und nicht mit dem
schmierigen Film auseinandersetzen.
Ich trete ein, für eine Kultur der bewussten Auseinandersetzung, des
Hinterfragens und des Ausprobierens. Ich möchte Sie von ganzem
Herzen dazu einladen ein Teil von mir zu werden und somit der Idee von
Auseinandersetzung, Gütekraft und dem glauben an die Freiheit neues
Leben einzuhauchen.

–Mühlenkampf.
www.mühlenkampf.de